Dunkle Schicksalsgewalten – Karl Schmoll von Eisenwerth - Nibelungenzyklus
Dunkle Schicksalsgewalten – Karl Schmoll von Eisenwerth - Nibelungenzyklus
Header zur Sonderausstellung "Dunkle Schicksalsgewalten – Karl Schmoll von Eisenwerth - Nibelungenzyklus" vom 11.7.-29.9.2024 im Museum Andreasstift in Worms

Dunkle Schicksalsgewalten

Karl Schmoll von Eisenwerth – Nibelungenzyklus

Sonderausstellung 11. Juli bis 29. September 2024

Düster kauernd, verbissen ringend, brutal ermordet. So zeigen sich die Figuren der Nibelungensage aus dem Gemäldezyklus von Karl Schmoll von Eisenwerth (1879–1948), den er für den Festsaal im Wormser Cornelianum zwischen 1913 und 1915 schuf. Seine Version der Ereignisse um Siegfried, Kriemhild und Hagen zeigt die Figuren als monumentale, aber nicht wirklich strahlend heroische Figuren, getrieben von starken Gefühlen und verstrickt in einen ausweglosen Kreislauf von Rache und Gewalt.

 

„Dieser Zyklus ist die umfangreichste und gewichtigste Aufgabe, die mir in meiner Schaffenszeit zuteil geworden ist, und sie verbindet mich mit Ihrer schönen altehrwürdigen Stadt“, sagte der Künstler noch Jahrzehnte später bei einem Vortrag in eben jenem Saal, dem er durch seine geduckten Gestalten seine Prägung gegeben hatte. In Österreich geboren, hatte er durch seine Jugend in der Jugendstilstadt Darmstadt entscheidende Prägungen erfahren, die seine frühe Kunst beeinflussten. 

 

Mit den Gemälden zur tragischen Geschichte des Wormser Königshofes verließ er radikal den für ihn bis dahin typischen lyrischen und zarten Stil seiner Gemälde und Druckgrafiken und verlieh dem übermenschlichen, bisweilen fast sakralen Charakter der Sagenfiguren Ausdruck. Vielleicht war es die Vorausahnung des Ersten Weltkrieges, vielleicht der Blick in das Seelenleben der tragischen Gestalten, die seine für die Zeit ungewöhnlich leidensvolle und bedrückende Darstellung der Nibelungen prägten. Durch ihre Gestaltung, die sich bewusst nicht an einer bestimmten Zeitstufe orientiert und so die vielen Jahrhunderte zwischen dem Ursprung des Stoffes und der Welt des unbekannten Lieddichters überbrückt, bekommen die Bilder eine Aussagekraft, die ihre Themen von Stolz, Treue und Rache losgelöst von einem konkreten Zeitrahmen relevant macht.

Die Nibelungen – gleich zweimal durch Krieg vernichtet
So wie die Nibelungen in der Sage durch Krieg und Zwietracht vernichtet wurden, so machte der Zweite Weltkrieg auch ihre Darstellungen zunichte: Bei einem Bombentreffer wurden die Bilder im Cornelianum zerstört, das Gebäude später abgerissen. Neben farbigen Fotografien überlebten nur die Vorzeichnungen in Originalgröße.
Dank einer Leihgabe des Instituts Mathildenhöhe in Darmstadt sind diese in Worms zu sehen.

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