WORMS STÜCK FÜR STÜCK

Kaiserreliefs vom Wormser Haus zur Münze

Als zweiten Beitrag unserer Reihe zeigen wir euch die Bilder mehrerer Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Sie waren ursprünglich am Haus zur Münze angebracht, wo seit den 1490er Jahren die Prachtfassade des Wormser Rathauses entstand. Dieser Bau offenbarte ein neues Selbstbewusstsein des Stadtrates von Worms gegenüber den Bischöfen, die lange die Abhaltung der Ratssitzungen in ihrem Palast gefordert und die Nutzung eines eigenen Rathauses unterdrückt hatten. Die Wormser nannten das Haus zur Münze selbstbewusst das „schönste Haus der Welt“. Leider wurde es – wie auch die gesamte Stadt – durch die Truppen Ludwigs XIV. im Jahr 1689 fast völlig zerstört.

Neben einer großen Uhr und Bildern aus der Nibelungensage befanden sich an der Fassade auch ein Text über die Freiheit der Stadt, ein Lobgedicht auf den Kaiser und die später hinzugefügten steinernen Bilder von mehreren Kaisern der Habsburger-Dynastie.

Hier gezeigt sind Ferdinand I. und vermutlich Karl V. in vollem Ornat, mit der Krone auf dem Kopf, dem Schwert, das für die weltliche Macht des Kaisers stand, und dem Reichsapfel, dessen Kugelform die Macht über die Erde symbolisierte.
Das dritte Bild stellt Kaiser Friedrich III. dar. Der Kaiser war für den Stadtrat von großer Bedeutung, weil er als Unterstützer und Garant der städtischen Selbstbehauptung gegenüber dem Bischof angesehen wurde. In der Tat war Worms vor allem für die habsburgischen Kaiser dieser Zeit besonders wichtig, denn sie hielten hier gleich zwei bedeutende Reichstage ab: 1495, als eine bedeutende Reichsreform beschlossen wurde, und 1521, als sich Martin Luther vor Karl V. verantworten musste.

Die letzten Überreste vom Haus zur Münze und eine filmische Rekonstruktion davon, wie es damals ausgesehen hat, könnt ihr in unserer Ausstellung sehen.

Portraits zweier Kaiser: Links vermutl. Karl V., rechts Ferdinand I. (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga) 
Portraits zweier Kaiser: Links vermutl. Karl V., rechts Ferdinand I. (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga)
Kaiserportrait: Friedrich III. (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga) 
Kaiserportrait: Friedrich III. (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga)
 

„Mondhörner“ aus der Bronzezeit

Januar 2024: In unserer neuen Reihe „Worms Stück für Stück“ – soll jeden Monat ein Objekt aus unserem Museum im Andreasstift vorgestellt werden, das eine besondere Geschichte zu erzählen hat.

In unserem ersten Beitrag haben wir es mit einer Gruppe äußerst mysteriöser Gegenstände zu tun: Die sogenannten "Mondhörner" sind Tonobjekte, die vor allem aus der späten Bronzezeit (ca. 1300-800 v. Chr.) stammen. Sie enden oben in zwei „Hörnern“, weisen eine große Vielfalt von Formen auf und wurden an vielen Orten in Mitteleuropa, beispielsweise auch in Worms und Rheinhessen, gefunden. Ihren Namen haben sie von ihrer Form, die oft an eine Mondsichel erinnert. Ihr genauer Verwendungszweck ist aber unklar.
Manche deuten sie als Dachverzierung von Häusern. Man hat auf ihnen aber weder stärkere Verwitterung gefunden noch eine Möglichkeit, sie dort zu befestigen. Weil man sie oft in der Nähe von Feuerstellen und manchmal mit Brandspuren findet, sehen andere sie dagegen als Feuerböcke an, auf denen man brennendes Holz oder Bratspieße ablegte. Dazu sind sie allerdings zu zerbrechlich und nicht standfest genug. Auch als Nackenstützen hat man die Mondhörner schon gedeutet, viele sind dazu aber zu klein und zu unbequem. In bestimmten Abständen eingetiefte Löcher wurden sogar schon benutzt, um zu beweisen, dass die Menschen der Bronzezeit sie als astronomische Hilfsmittel zur Himmelsbeobachtung einsetzten. Diese Löcher finden sich aber nur auf einigen wenigen Hörnern. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass sie rituelle Objekte oder sogar eine Art Hausaltäre waren, vielleicht für ein mit dem Mond und Rinderhörnern assoziiertes Schutzwesen des Hauses. Vermutlich wird sich ihr genauer Zweck aber nie sicher klären lassen.

Kommt gerne in unsere Ausstellung, um euch die Mondhörner selbst anzusehen und über ihre Verwendung mitzurätseln!

Mondhörner aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga) 
Mondhörner aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga)
Mondhorn aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga) 
Mondhorn aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga)
Mondhorn aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga) 
Mondhorn aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga)
Mondhorn aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga) 
Mondhorn aus der Sammlung (Foto: Museum der Stadt Worms im Andreasstift / V. Loga)
 

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